Bond, Frederick Bligh

Bond, Frederick Bligh (* 30.06.1864 Marlborough, Wiltshire, England; † 8.03.1945 Dolgellau, Wales), britischer Archäologe, Architekt und Parapsychologe.
1897 wurde B. Schüler des Royal Institute of British Architects und 1903 Mitglied der Somerset Archaeological and Natural History Society. 1907 war er bereits einer der erfolgreichsten und angesehensten Architekten Englands, weshalb man ihm die Ausgrabungen im Bereich der Abtei von Glastonbury, eines der ältesten und bedeutendsten Orte Englands, anvertraute, war er doch einer der führenden Experten Englands für gotische Architektur und die Restauration alter Kirchen. B. leitete die Ausgrabungen von 1908 bis 1921. Dabei setzte er zur Auffindung verborgener Kapellen auch die Durchgaben Sensitiver ein, die er vor allem von dem Medium John > Alleyne und Mrs. Hester > Dowden durch > Automatisches Schreiben erhielt. Diese Quellen hielt er jedoch geheim, bis er seine Methode 1918 in seinem Buch The Gate of Remembrance kundtat. Er behauptete, dass er durch die Methode der automatischen Schrift in der Lage sei, die Umrisse der verschollenen Edgar- und Loretto-Kapelle zu lokalisieren. Diese Mitteilungen zerstörten jedoch seinen wissenschaftlichen Ruf. Die Grabungen wurden eingestellt und B. im April 1922 als Grabungsleiter entlassen.
1924 schrieb er in der Zeitschrift Light, dass viele seiner früheren Ausgrabungen von großem historischen Wert seien und er deshalb in Ungnade fiel, weil er sich der parapsychologischen Forschung bediente. B. befasste sich daraufhin als Parapsychologe mit Automatischem Schreiben und mit Psycho-Fotografie (der mentalen Beeinflussung fotografischer Bilder). Von 1921–1926 gab er die Zeitschrift Psychic Science heraus und während seines Aufenthalts in den USA von August 1926 bis Januar 1936 das Journal of the American Society for Psychical Research (1930–1936). Im Januar 1936 kehrte B. nach England zurück. Bei seinem Tod hinterließ er ein 1935 verfasstes, unveröffentlichtes Manuskript. Darin sind eine Reihe von „Mitteilungen“ angeführt, die er durch ein amerikanisches Schreibmedium erhielt und die angeblich von seinem Urgroßonkel, Kapitän William Bligh, stammten, gegen den auf der berühmten Bounty gemeutert wurde.

W.: The Gate of Remembrance: The Story of the Psychological Experiment which Resulted in the Discovery of the Edgar Chapel at Glastonbury. Oxford: Blackwell, 41918; The Hill of Vision: A Forecast of the Great War, and of Social Revolution with the Coming of the New Race. Boston, Mass.: Marshall Jones, 1919; The Company of Avalon. A Study of the Script [i. e. automatic writing, on the subject of Glastonbury Abbey] of Brother Symon. Oxford: Basil Blackwell, 1924.

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 2