Bona von Pisa

Bona von Pisa (lat., „die Gute“; * um 1156 in Pisa, † 29.5.1207/08?), heilig (Fest: 29. Mai), Augustinerterziarin und Mystikerin.
Mit sieben Jahren hatte B. die erste > Christusvision. Mit zehn Jahren sah sie in einer zweiten > Vision > Jesus und > Maria mit dem hl. > Jakobus, der für sie von besonderer Bedeutung wurde. B. weihte sich daraufhin als Augustinerterziarin dem Herrn und führte ein strenges Bußleben. Nach einer weiteren Christusvision 1170 ging sie nach Jerusalem, nachdem ihr der Herr kundgetan hatte, dass dort ihr Vater Bernhard lebte, der, als sie drei Jahre alt war, ihre  Mutter Berta, verlassen hatte und nie mehr zurückkehrte. Von Jesus, der ihr einen Ring an die Hand steckte, aufmerksam gemacht, floh sie beim Versuch des Vaters, sie nicht vom Schiff steigen zu lassen, zu einem Einsiedler namens Ubaldo, der ihr geistlicher Vater wurde. Beim Versuch, nach Pisa zurückzukehren, wurde sie von Sarazenen gefangen genommen und verwundet, aber wieder frei gelassen. Als sie zu ihrer Wohnung in San Martino in Pisa kam, hatte sie eine weitere Christusvision mit Jakobus, der sie zu einer Pilgerreise nach > Santiago de Compostela einlud. B. machte sich auf den Weg, um den Pilgern hilfreich zur Seite zu stehen. Die Reise dauerte ca. neun Monate. Diese Pilgerfahrt von Pisa nach Compostela und zurück unternahm sie gut neunmal, führte Pilger aber auch nach Rom und auf den Monte Gargano in Apulien. B. erlangte dabei aufgrund ihrer Mildtätigkeit, ihrer Gabe der Heilung und Weissagung hohes Ansehen. Mit 48 Jahren musste sie die Pilgerreisen aus Krankheitsgründen aufgeben. Sie starb am 29. Mai 1207, ihre Gebeine ruhen in der Kirche von San Martino in Pisa.
Nach ihrer Heiligsprechung wurde B. zur Schutzpatronin der Stadt Pisa sowie der Pilger. 1962 ernannte sie Johannes XXIII. zur Patronin der Flugbegleiter.

Lit.: Kodex C 181 im Kapitelarchiv des Domes von Pisa, der eine erste Biografie des Mönchs Paolo aus Pulsano enthält, der 1230 starb; Bartorelli, Furio: Santa Bona da Pisa. Bari: Ediz. Paoline, 1960; Del Corso, Mauro: Semi di speranza: Santa Bona da Pisa. Pisa: ETS, 2007.

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 2