Boissonet, Laurent

Boissonet, Laurent, Fall von angeblicher Besessenheit in der zweiten Hälfte des 16. Jhs. B. lebte mit seinen Eltern im Dorf Andignicourt in der Nähe von Soissons im Départment Aisne, Frankreich. 1575 begann er, damals im Alter von sieben Jahren, ein merkwürdiges Verhalten zu zeigen. Er wurde zunehmend unfolgsam, trotzig und lügenhaft. Im März 1580 erlitt er einen Angstanfall, lief unter lautem Geschrei in das Haus und behauptete, dass er draußen im Apfelbaum einen weißen gehörnten Mann gesehen habe. Weitere sonderbare Begebenheiten folgten, sodass man an Besessenheit dachte. Der in diesem speziellen Fall völlig überforderte Ortspfarrer brachte Laurent am 15. Januar 1582 zu dem Exorzisten Dr. theol. Jean Canart nach Soissons, wo man sich am folgenden Tag zunächst ausführlich mit der Vorgeschichte des Knaben und seiner Eltern befasste. Als dann der Teufel im Beisein des Bischofs nach seinem Namen gefragt wurde, antwortete dieser mit „Bon-noir“. Die exorzistischen Auseinandersetzungen, die durch einen Notar mitprotokolliert wurden, dauerten Stunden, wobei B. immer aggressiver wurde. Zum Wochenende nahm der Bischof in der Kathedrale in Anwesenheit von drei- bis viertausend Personen selbst den Exorzismus vor. Der Teufel soll den Jungen schließlich in Form einer kleinen Rauchwolke verlassen haben. Am 16. Juli 1582 kündigten jedoch neue Angstvisionen einen Rückfall an. Am 29. Juli 1582 kam es dann zu einem erfolgreichen Schlussexorzismus.

Lit.: Delacour, Jean-Baptist: Apage Satana! Das Brevier der Teufelsaustreibung. Genf: Ariston, 1975.

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 2