Boirac, Emile

Boirac, Emile (*26.08.1851 Guelma, Algerien; † 20.09.1917 Dijon, Frankreich), französischer Philosoph, Parapsychologe und Promotor von Esperanto.
B. studierte am Institut de France und promovierte in Sprachwissenschaft; 1898 Rektor an der Akademie von Grenoble und 1902 der Akademie von Dijon. Von 7.–12. August 1905 leitete er als Direktor der Akademie von Esperanto in Boulogne-sur-Mer, Frankreich, den ersten Internationalen Kongress für Esperanto.
Auf dem Gebiet der Paranormologie befasste sich B. zunächst mit > Hypnose und dann ganz allgemein mit paranormalen Phänomenen, die er 1893 in fünf Gruppen, später aber in drei aufzuteilen versuchte: hypnische Phänomene, die mit den bekannten Kräften zu erklären sind; elektroide Phänomene, die mit noch nicht bekannten natürlichen Energien zu tun hätten; spiritoide Phänomene, die außernatürliche Kräfte zu erfordern scheinen.
Bei seinen Hypnoseexperimenten begegnete er „einem Fall von offensichtlicher  > Sinnestransposition“. Ein zwanzigjähriger Mann konnte nämlich mit geschlossenen Augen und in Dunkelheit einen Brief bzw. eine Zeitung lesen. Zudem machte B. Experimente zum Hervorrufen von > Schlaf auf Entfernung hin. Bei diesen Studien der Emanation und der Exteriorisation von Sensitivität stieß er auf die Theorie des > Animalischen Magnetismus, die er wiederbelebte. Nach B. spielt bei all diesen Grenzphänomenen das Gehirn eine ebenso große Rolle wie der Tastsinn.

W.: La psychologie inconnue: introduction et contribution a l'étude expérimentale des sciences psychiques. Paris: F. Alcan, 1908; L'avenir des sciences psychiques. 2. éd. Paris: Alcan, 1917.

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 2