Böffgen, Christine

Böffgen, Christine (†1631), deutsche Witwe, die 1631 im rheinländischen Dorf Rheinbach auf Weisung des Hexenrichters Franz > Buirmann zu Tode gefoltert wurde, nachdem sie von zwei bereits eingekerkerten Personen der Hexerei beschuldigt, daraufhin festgenommen und nach nur flüchtiger Anhörung den Folterknechten übergeben worden war. Mit verbundenen Augen und kahlrasiert unterzog man sie zunächst der > Nadelprobe und setzte sie dann auf den > Folterschemel, wo man ihr die Beinschrauben (> Spanische Stiefel) anlegte. Das erzwungene Geständnis widerrief sie, sobald ihr die Beinschrauben abgenommen wurden. Das Gericht ordnete weitere Folterungen an. Nach vier Tagen starb die Frau. Es ist dies eine der bedauerlichsten Episoden der > Hexenprozesse und der Geschichte des Dorfes Rheinbach, wo bis in die zwanziger Jahre des 20. Jhs. in der Dorfkirche St. Georg Messen für die Seele von Christine B. gelesen wurden.

Lit.: Thomas, Georg Heinrich: Threni Radebergenses, oder Wehmuethige Klage und demuethige Bitte, gesammlet aus der Asche der in der Nacht zwischen den 18. und 19. May 1741 abgebrandten Stadt Radeberg / überreichet von Georg Heinrich Thomas. Dresden: Krause, 1741.

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 2