Bocksdorn

Bocksdorn (lat. Lycium), früher wegen seiner Ähnlichkeit mit dem > Buchsbaum auch Buchsdorn genannt. Der Gattungsname Lycium verweist auf den Ort seiner Herkunft, Lykien in Kleinasien. Weitere Namen sind Teufelszwirn und Filzkraut. Der B. ist ein Nachtschattengewächs mit rotvioletten Blüten, scharlachroten, giftigen Beerenfrüchten und hängenden Zweigen, das sich in ganz Europa findet und in verschiedenen Arten angepflanzt wird, aber auch verwildert an Mauern und Zäunen wächst.
Die Pflanze enthält Solasodin. Die roten Beeren können bei Kindern ein Kratzen in Mund und Rachen, Erbrechen, Durchfälle, möglicherweise auch Krämpfe und erweiterte Pupillen verursachen. Giftig ist der B. für Pferde, Rinder, Kühe, Schweine, Hunde, Katzen, Hasen, Kaninchen, Meerschweinchen, Hamster und Vögel.
Früher wurde unter dem Namen Lycium ein Extrakt gegen Flechten und Ausschläge verwendet. Heute findet B. in der Heilkunde, außer in der > Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM), keine Anwendung mehr.
In der Magie fand der B. als Schutzmittel gegen Behexung und Zauberei Verwendung, indem man Büschel seiner Äste an Fenster und Türen hängte.

Lit.: Roberts, Marc: Das neue Lexikon der Esoterik. München: Goldmann, 1995. 

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 2