Bochica

Bochica, Gründerheros der Stadt Chibcha in Kolumbien. Er soll aus dem Osten in das Land gekommen sein und als bärtiger Weiser die dort ansässigen Menschen die Gesetze der Moral und Zivilisation sowie handwerkliche Künste gelehrt haben. Eine Frau namens Chi widersetzte sich jedoch und wurde von B. daraufhin in eine Eule verwandelt. Doch selbst in dieser Gestalt war sie dem Gott > Chibchachum noch behilflich, die Erde zu überfluten. Da erschien B., schnitt mit seinem goldenen Stab eine Schneise in die Felsen und bahnte so einen Weg für die ins Tal fließenden Wasser – berühmt geworden als Tequendama-Wasserfall südwestlich von Bogotá. Als B., nachdem er noch den Kalender geordnet hatte, das Land in Richtung Westen wieder verließ, hinterließ er im Gestein noch seine Fußspuren.

Lit.: Perez de Barradas, José: Los Muiscas antes de la conquista. Madrid: Consejo Superior de Investigaciones Cientificas, 1950/51; Caballero Plaza, Efrén: Leyenda y realidad en la mitología Chibcha. In: La nueva democracia. Nueva York, vol. 39 (1959) 4, S. 20–24; Märchen der Azteken und Inkaperuaner, Maya und Muisca. München: Diederichs, 1990; Jones, David M.: Die Mythologie der Neuen Welt. Reichelsheim: Edition XXV, 2002.

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 2