B’nai B’rith

B’nai B’rith (hebr., „Söhne des Bundes“), freimaurerähnliche Vereinigung. Der eigentliche Name ist United Order of B’nai B’rith (U.O.B.B.). Der Orden wurde am 13.10.1843 durch Heinrich Jones, einem in die USA ausgewanderten deutschen Maschinenbauer, und weiteren 11 Mitgliedern in New York zunächst als geheime Loge gegründet, in die zunächst nur Juden aufgenommen wurden. Aufgabe der Loge ist es, „die Israeliten in einer Weise zu verbinden, in der die Entwicklung der höchsten Interessen des Judentums am ehesten und allgemein ermöglicht wird“ (Schuster, 515). Man kennt drei Grade: Lehrling, Geselle und Meister. Im Unterschied zur > Freimaurerei werden dem Lehrling aber schon bei seiner Einweihung alle Geheimnisse der Loge – Passworte, Symbole usw. – bekannt gemacht. 1897 öffnete sich die Organisation dann auch für Frauen.
Neben humanitären Aufgaben beschäftigt sich. B. besonders mit der esoterischen Tradition des Judentums. > Kabbala, > Talmud.
Einer der Ableger von B. ist die 1913 gegründete Anti-Defamation-League (ADL).

Lit.: Schuster, Georg: Die geheimen Gesellschaften, Verbindungen und Orden. Erster Band. Wiesbaden: Fourier, o. J.; Wilhelm, Cornelia: Deutsche Juden in Amerika: bürgerliches Selbstbewusstsein und jüdische Identität in den Orden B'nai B'rith und Treue Schwestern, 1843–1914. Stuttgart: Steiner, 2007.

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 2