Blutschweiß

Blutschweiß (auch Hämhidrose, hemhidrosis, hemathidrosis; von griech. häm, Blut, hydros, Schweiß; engl. bloody sweat; ital. sudorazione di sangue), Rotfärbung des Schweißes durch äußerliche Blutbeimengung.
B. kann im Falle einer angeborenen oder erworbenen leichten Verletzbarkeit und/oder Schwäche der Gefäßwände, seltener bei großer, individuell empfundener Angst (z. B. Todesangst), auftreten. Dabei kann das mit der hohen inneren Anspannung verbundene Platzen von Hautäderchen und dem Abfließen des austretenden Blutes über die Poren zusammen mit dem Angst-, Anstrengungs- und Ekstaseschweiß auftreten.
Von Blutschweiß sprechen bereits Aristoteles (De partibus animalibus II,V.; De animalibus historiae III, XIX,3) und sein Schüler und Nachfolger Theophrast (372?–287?). Auch im Leben Jesu wird von B. gesprochen: „Und er betete in seiner Angst noch inständiger und sein Schweiß war wie Blut, das auf die Erde tropfte“ (Lk 22, 44). Lukas, ein syrisch-griechischer Arzt (Kol 4, 14) griff hier sicher bewusst diesen medizinischen Aspekt auf, um die Intensität der Anspannung zu unterstreichen. Von B. ist ferner bei den Ekstasen der hl. Lutgardis van Tongeren (1182–1246), bei Therese Puttigny (1803–1885) und vielen anderen die Rede; des Weiteren auch im Zusammenhang mit sportlichen und sonstigen Anstrengungen.

Lit.: Theophrasti Eresii opera, quae supersunt, omnia. Parisiis: Firmin Didot, 1866; Biot, René: Das Rätsel der Stigmatisierten / Herbert Peter Maria Schaad [Übers.]. Aschaffenburg: Paul Pattloch, 1957; Leone, Salvino: La medicina di fronte ai miracoli. Bologna: Edizioni Dehoniane, 1996; Verschijningen uit het hiernamaals in de Vita Lutgardis/Stolfi, Emilia. Leuven: Bibliotheek van de Fac. Godgeleerdheid, 1998.

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 2