Blutregen

Blutregen (engl. blood rain), Staubabfall, der durch Saharastaub, tierische oder pflanzliche Beimengungen rötlich gefärbt ist. Er galt in der Antike, bei den Indern, Griechen, Arabern, Römern und bis ins Mittelalter hinein als böses Vorzeichen, wie aus der Prodigienliste des Livius (XXII 1; XLIII 13) hervorgeht. Der B. war des öfteren mit Meteorfall und Erdbeben verbunden, was als Wunderzeichen des Himmels interpretiert wurde, das entweder auf den Zorn der Gottheit oder ein anderes Unglück für den Staat hindeutete.
In Deutschland stammt die erste Nachricht von einem B. aus dem Jahre 640. Auch dort wurde B. im Allgemeinen als böses Omen gedeutet.

Lit.: Rungius, Fridericus: Vom Bludtregen in Pommern: Eine Erinnerung an alle daselbst Prediger Wolgastisches orths. Gryphiswaldt: Ferber, 1597; Ehrenberg, Christian Gottfried: Passat-Staub und Blut-Regen, ein großes organisches unsichtbares Wirken und Leben in der Atmosphäre. Berlin: Druckerei der Kgl. Akademie der Wissenschaften, 1849; Livius, Titus: Römische Geschichte: In Auswahl mit Proben aus d. frühlat. Schrifttum / Hrsg. Franz Salomon. Wien: Hölder-Pichler-Tempsky, 1961.

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 2