Blüte

Blüte, definiert als Spross begrenzten Wachstums im Dienste der Vermehrung; Symbol der Schönheit, aber auch der Unbeständigkeit bzw. Vergänglichkeit. Als Sinnbild des krönenden Abschlusses und Symbol vor allem der weiblichen Schönheit ist die B. seit Beginn der Menschheitsgeschichte ein besonderer Gegenstand der Liebe. Sie steht für Anmut und Schönheit des Lebens, ein unwägbares Jetzt unversehrter Fülle und Grazie. Sie ist in ihrer vollen Blüte ein Symbol ungetrübter Freude, die so viele Namen und Arten hat, wie es Namen von Blumen gibt. Einmal schenkt jede B. diese strahlende Schönheit, die wie ein Schimmer des Ewigen ist. Doch nichts auf dieser Erde ist so flüchtig wie die Schönheit der Blume auf dem Felde. „Das Gras verdorrt, die Blume welkt“ (Jes 40, 7). Gelegentlich werden B., ebenso wie die sie besuchenden Schmetterlinge, symbolisch auch in Zusammenhang mit den Seelen Verstorbener gebracht.
Den Farben nach stehen gelbe Blüten in symbolischem Zusammenhang mit der Sonne, weiße mit Tod oder Unschuld, rote mit dem Blut und blaue mit Traum und Geheimnis. Die Akzente können in den einzelnen Kulturen verschieden sein. Im Taoismus sind goldene Blumen Symbole höchsten geistigen Lebens. In Japan entwickelte sich die Kunst des Blumensteckens (Ikebana) zu einer symbolischen Ausdruckskunst.

Lit.: Hecker, Jutta: Das Symbol der blauen Blume im Zusammenhang mit der Blumensymbolik der Romantik. Jena: Frommann, 1931; Rech, Photina: Inbild des Kosmos: eine Symbolik der Schöpfung. Bd. I. Salzburg-Freilassing: Otto Müller, 1966.

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 2