Blick, magnetischer

Blick, magnetischer (engl. magnetic eye), energiegeladenes Schauen. Der m. B. spielt vor allem in den Werken von Honoré de Balzac (1799–1850) eine bedeutende Rolle. Nach Balzac sendet der damit begabte Mensch durch das Auge ein mit Seele geladenes Licht aus, um andere Personen seinem Willen blind zu unterwerfen. So schießen Balzacs Kraftnaturen ihr Willensfluidum durch das Auge auf die Gegner. In der Tat gibt es Menschen, die durch ihren Blick andere in ihren Bann ziehen. Was dabei allerdings zum Tragen kommt, muss offen bleiben. Wie die > Hypnose letztlich eine > Selbsthypnose ist, so könnte auch hier der Bann durch den Blickkontakt stimuliert, letztlich aber von der betroffenen Person selbst ausgelöst werden. Die Vorstellung von einer „Energieübertragung“ ist nicht grundsätzlich auszuschließen, worin diese auch immer bestehen mag.

Lit.: Brandler-Pracht, Karl: Lehrbuch zur Entwicklung der okkulten Kräfte im Menschen. Leipzig: Max Altmann, 1912; Curtius, Ernst Robert: Balzac. Bonn: Cohen, 1923; Balzac, Honoré de: Vater Goriot. Zürich: Diogenes, 2007.

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 2