Blasiussegen

Blasiussegen (engl. blessing of St. Blasius), Segen am Fest des hl. > Blasius von Sebaste (3. Februar), bei dem zwei zu Maria Lichtmess (2. Februar) geweihte Kerzen, das „Blasiuslicht“, in Form des > Andreaskreuzes vor Gesicht und Hals des Segenempfängers gehalten werden und folgender Text gesprochen wird: „Auf die Fürsprache des Heiligen Bischofs Blasius befreie dich Gott von jedem Halsleiden und aller Krankheit, im Namen des V...“ Zwar findet sich ein Segensgebet erst im 17. Jh., welches in das Rituale Romanum aufgenommen wurde, doch reicht der Brauch viel weiter zurück. So kennt schon der Arzt Ätius von Amida im 6. Jh. einen Segen im Namen des Blasius zur Entfernung eines Knochens aus dem Halse (Heim, Nr. 174). In einer Handschrift des 12. bis 13. Jhs. steht eine lateinisch-deutsche Formel gegen Kehlschwellung (Franz I, 459, Anm. 2), in einer anderen des 14. Jhs. gegen Blutung (Ons, 14f); in einer weiteren wird Blasius gegen Viehkrankheiten angerufen (Ms. 222).
Der Segen hat seine Wurzeln in den Berichten von der Errettung des Knaben einer Witwe, der wegen einer verschluckten Fischgräte dem Ersticken nahe war.

Lit.: Heim, Ricardus Laurentius Maria: Incantamenta magica Graeca Latina. Lipsiae: Teubner, 1892; Festschrift zur Feier des 30-jährigen Bestehens des Vereins 1894–1924: Ons Hémecht; Franz, Adolph: Die kirchlichen Benediktionen im Mittelalter. Bonn: nova & vetera, 2006 (Luxemburger Hexenprozess von 1614 (Ma. 222 des Archivs der Histor. Sektion des Großh. Instituts).

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 2