Bittersüß

Bittersüß (lat. Solanum dulcamara L.; engl. bittersweet), volkstümliche Bezeichnung: „Hirschkraut“ und „Kletternachtschatten“. B. ist ein Nachtschattengewächs, das u. a. ein schwach psychoaktives Alkaloid (Solanin) und einen glykosidischen Bitterstoff (Dulcamarin) enthält. Die Blüten sind violett, die reifen Beeren rot. Die Pflanze wird von Heilkundigen schon seit mehreren tausend Jahren eingesetzt; auch die > Homöopathie nutzt den Bittersüßen Nachtschatten.
Die Stängel und Äste des B. wirken anregend auf die Ausscheidungen von Haut, Nieren und Bronchien. Auf die innere Anwendung der giftigen Pflanze sollte man verzichten.
Im Zauberglauben wird B. als Schutzmittel gegen > Behexungen gepriesen und von Kindern in einem ledernen Säckchen um den Hals getragen. B. soll ferner Beruhigung und Ausgleich zwischen den Gegensätzen bewirken und den Wünschen und Ideen Kraft verleihen.

Lit.: Roberts, Marc: Das neue Lexikon der Esoterik. München: Goldmann, 1995; Pschyrembel Wörterbuch Naturheilkunde und alternative Heilverfahren / Bearb. v. d. Wörterbuch-Redaktion d. Verlages unter d. Leitung v. Helmut Hildebrandt. Berlin; New York: de Gruyter, 1996; Zerling, Clemens: Lexikon der Pflanzensymbolik. Baden: AT Verlag, 2007; Chevallier, Andrew: Heilpflanzen. München: Dorling Kindersley, 2008.

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 2