Bisson, Juliette-Alexandre

Bisson, Juliette-Alexandre, geb. Lelievre, 03.10.1861 Chaton; Frankreich, †09.04.1956 La Boule bei Bordeaux; spiritistisches Medium.
B. absolvierte bei Marthe Béraud, die unter dem Synonym Eva > C. (Carrière) weltberühmt wurde, ihre Ausbildung zum Medium und kam so mit Prof. Charles > Richet und Frhr. von > Schrenck-Notzing in Kontakt, der mit ihr insgesamt 225 Fotografien aufnahm, einige davon (vor allem jene im Schrenck’schen Laboratorium in München) stereoskopisch. B. veröffentlichte die Ergebnisse ihrer Versuche unter dem Titel Les Phénomènes dits de matérialisation im Jahre 1914. Es entstand ein heftiger Streit darüber, ob die Verstorbenen den Abbildungen glichen oder nicht. Doch behauptete weder B. noch Schrenck-Notzing, dass es sich bei den Materialisationen um Verstorbene handle, sie deuteten sie vielmehr „ideoplastisch“, indem sie annahmen, dass die von dem Medium abgesonderte unbekannte Substanz (das Tele- und Ectoplasma) durch unbewusste Vorstellungen, Erinnerungen usw. des Mediums geformt würde. Doch obwohl nicht nur Richet, sondern auch Dr. Gustave > Geley die Ergebnisse von B. und Schrenck-Notzing bestätigte, blieb der Kampf unentschieden. Dazu meinte B: „Ich habe mit meinen Augen trotz strenger Kontrolle diese Dinge gesehen. Ich bin von ihrer Wirklichkeit überzeugt, das genügt mir“ (Walther).

Lit.: Bisson, Juliette-Alexandre: Les Phénomènes de matérialisation, étude expérimentale. Préface du Dr J. Maxwell... [Lettre du Dr Bon von Schrenck]. Paris: Alcan, 1914; Walther, Gerda: Mme. Juliette Bisson gestorben. In: Neue Wissenschaft 6 (1956), 316–318.

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 2