Bison

Bison, amerikanischer Büffel, gehört zur Klasse der Säugetiere (Mammalia), der Ordnung der Paarhufer (Artiodactyla) und der Familie der Hornträger (Bovidae). Der B. lebt in den USA und Kanada und hat eine Körperlänge von bis zu 3.5 m; das männliche Tier erreicht ein Gewicht bis 1000 kg, das weibliche bis ca. 550 kg. Die Paarungszeit ist im Sommer, wobei es zu extrem schweren Kämpfen der männlichen Tiere kommt. Die weiblichen Tiere bringen nach einer Tragezeit von 270–300 Tagen (39 Wochen) ein einziges Junges zur Welt, das bei der Geburt zwischen 10 und 15 kg wiegt, nach 26 Wochen entwöhnt ist und mit etwa drei Jahren seine Geschlechtsreife erreicht. B.s können in freier Wildbahn etwa 20 bis 25 Jahre alt werden.
Die umherziehenden Prärieindianer lebten zur Gänze von der Bisonjagd. Das Fleisch bildete ihre Nahrung, aus den Knochen verfertigten sie Werkzeuge, Pfeilspitzen und Schmuck, die Hörner dienten als Löffel und klei­ne Gefäße, die Klauen und Hufe wurden zu Rasseln verarbeitet. Aus dem Haar drehten sie Seile für Zaumzeug, aus den Sehnen machten sie Nähfäden, und aus der Haut wurden Kleider, Zeltdecken, Vorratstaschen und andere Behälter erzeugt. Der getrocknete Mist diente im Winter als Brennstoff.
Der B. be­stimmte das Leben und Denken der Prärieindianer. Ihr Leben war rund um die Jagd auf den Büffel aufgebaut. Zeremonien, Tänze, Mythologie und Spiele priesen seinen Namen und sein Bild.

Lit.: Nölle, Wilfried: Völkerkundliches Lexikon: Sitten, Gebräuche und Kulturbesitz der Naturvölker. München: Goldmann, 1959; Heck, Heinz: Der Bison. Hohenwarsleben: Westarp-Wiss., 2003; Kordholste-Nikander, Heidrun: Der nordamerikanische Bison und das Grasland: Geschichte der Beinahzerstörung des Bisons und seiner Umwelt. Essen: Verl. Die Blaue Eule, 2003.

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 2