Binet, Alfred

Binet, Alfred (*11.07.1857 Nizza; † 18.10.1911 Paris), französischer Pädagoge und Psychologe, Begründer der > Psychometrie. Seine Mutter, eine begabte Malerin, brachte Alfred schon als Kind nach Paris, wo er  Jura, Medizin und Naturwissenschaften studierte und in beiden Disziplinen promovierte. Zudem studierte er Musik und schrieb für das Theater. 1878 erhielt er die Zulassung als Rechtsanwalt und veröffentlichte eine wissenschaftliche Abhandlung über die Psychologie der Mikroorganismen. Sein Interesse verlagerte sich durch die Arbeiten mit Charles Féré an der Klinik Jean Charcots immer mehr zur Psychologie hin, wobei er gleichzeitig die Werke der britischen empirischen Philosophie verschlang. 1880 veröffentlichte B. eine kleine Schrift über die Verschmelzung der Vorstellungen und 1886 sein erstes Buch, Die Psychologie der Vernunft, dem 1887 sein zweites Buch (zusammen mit Féré) über den tierischen Magnetismus folgte. 1892 traf er mit dem Physiologen M. Beaunis zusammen, wurde dessen Assistent in dem 1889 an der Sorbonne eingerichteten Labor für physiologische Psychologie und 1894 dessen Direktor. In diesem Jahr promovierte er auch zum Doktor der Wissenschaften mit einer Dissertation über das Nervensystem der Insekten. B. veröffentlichte zwei weitere Bücher: Psychologische Phänomene bei großen Rechnern und Schauspielern und Einführung in die experimentelle Psychologie. Ebenfalls 1894 gründete er sein eigenes Journal, L’Année Psychologique, für das er durchschnittlich zehn Artikel pro Jahr schrieb. 1900 erschien das umfangreiche Buch Suggestibilität und 1906 Seele und Körper.
B. liebte die Forschung, lebte zurückgezogen und neben der  Psychologie gab es nur die Neigung, Theaterstücke zu schreiben, die auch aufgeführt wurden. Die Experimente machte er mit Erwachsenen, vor allem aber mit Kindern. Daraus entstand seine berühmteste Arbeit, der Binet-Simon Test zur Messung  der Intelligenz von Schulkindern.
Aus paranormologischer Sicht sind vor allem seine Veröffentlichungen zu > Bewusstsein, > animalischem Magnetismus, > Fetischismus, > Persönlichkeitsveränderungen und > Suggestion von Bedeutung.

W.: La Psychologie du raisonnement. Paris: Alcan, 1886; Études de psychologie expérimentale: Le fétichisme dans l'amour, La vie psychique des micro-organismes, L'intensité des images mentales, etc. Paris: Doin, 1888; Le magnétisme animal / Alfred Binet; Charles Féré. Paris: Alcan, 31890; Das Seelenleben der kleinsten Lebewesen. Halle (Saale): G. Schwetschke, 21892; Les altérations de la personnalité. Paris: Alcan, 1892; Introduction a la psychologie expérimentale. Avec la collaboration de Philippe. Paris: Alcan, 1894; On double consciousness: Experimental psychological studies. New Ed. Chicago, 1896; La fatigue intellectuelle / mit V. Henri. Paris: Reinwald, 1898; La suggestibilité. Paris: Schleicher, 1900; L'ame et le corps. Paris: Flammarion, 1905; La psychologie du raisonnement. Paris, 41907; Les enfants anormaux: guide pour l'admission des enfants anormaux dans les classes de perfectionement / mit Th. Simon. Paris: Colin, 1907: Les idées modernes sur les enfants. Paris: Flammarion, 1909; La mesure du développement de l'intelligence chez les jeunes enfants / mit Th. Simon. 1911; Les altérations de la personnalité. Paris: Alcan, 31912; Euvres complètes. Textes réunis par Bernard Andrieu. Saint-Pierre-du-Mont: Eurédit, 2001.

Binet, Alfred

Binet, Alfred (*11.07.1857 Nizza; † 18.10.1911 Paris), französischer Pädagoge und Psychologe, Begründer der > Psychometrie. Seine Mutter, eine begabte Malerin, brachte Alfred schon als Kind nach Paris, wo er  Jura, Medizin und Naturwissenschaften studierte und in beiden Disziplinen promovierte. Zudem studierte er Musik und schrieb für das Theater. 1878 erhielt er die Zulassung als Rechtsanwalt und veröffentlichte eine wissenschaftliche Abhandlung über die Psychologie der Mikroorganismen. Sein Interesse verlagerte sich durch die Arbeiten mit Charles Féré an der Klinik Jean Charcots immer mehr zur Psychologie hin, wobei er gleichzeitig die Werke der britischen empirischen Philosophie verschlang. 1880 veröffentlichte B. eine kleine Schrift über die Verschmelzung der Vorstellungen und 1886 sein erstes Buch, Die Psychologie der Vernunft, dem 1887 sein zweites Buch (zusammen mit Féré) über den tierischen Magnetismus folgte. 1892 traf er mit dem Physiologen M. Beaunis zusammen, wurde dessen Assistent in dem 1889 an der Sorbonne eingerichteten Labor für physiologische Psychologie und 1894 dessen Direktor. In diesem Jahr promovierte er auch zum Doktor der Wissenschaften mit einer Dissertation über das Nervensystem der Insekten. B. veröffentlichte zwei weitere Bücher: Psychologische Phänomene bei großen Rechnern und Schauspielern und Einführung in die experimentelle Psychologie. Ebenfalls 1894 gründete er sein eigenes Journal, L’Année Psychologique, für das er durchschnittlich zehn Artikel pro Jahr schrieb. 1900 erschien das umfangreiche Buch Suggestibilität und 1906 Seele und Körper.
B. liebte die Forschung, lebte zurückgezogen und neben der  Psychologie gab es nur die Neigung, Theaterstücke zu schreiben, die auch aufgeführt wurden. Die Experimente machte er mit Erwachsenen, vor allem aber mit Kindern. Daraus entstand seine berühmteste Arbeit, der Binet-Simon Test zur Messung  der Intelligenz von Schulkindern.
Aus paranormologischer Sicht sind vor allem seine Veröffentlichungen zu > Bewusstsein, > animalischem Magnetismus, > Fetischismus, > Persönlichkeitsveränderungen und > Suggestion von Bedeutung.

W.: La Psychologie du raisonnement. Paris: Alcan, 1886; Études de psychologie expérimentale: Le fétichisme dans l'amour, La vie psychique des micro-organismes, L'intensité des images mentales, etc. Paris: Doin, 1888; Le magnétisme animal / Alfred Binet; Charles Féré. Paris: Alcan, 31890; Das Seelenleben der kleinsten Lebewesen. Halle (Saale): G. Schwetschke, 21892; Les altérations de la personnalité. Paris: Alcan, 1892; Introduction a la psychologie expérimentale. Avec la collaboration de Philippe. Paris: Alcan, 1894; On double consciousness: Experimental psychological studies. New Ed. Chicago, 1896; La fatigue intellectuelle / mit V. Henri. Paris: Reinwald, 1898; La suggestibilité. Paris: Schleicher, 1900; L'ame et le corps. Paris: Flammarion, 1905; La psychologie du raisonnement. Paris, 41907; Les enfants anormaux: guide pour l'admission des enfants anormaux dans les classes de perfectionement / mit Th. Simon. Paris: Colin, 1907: Les idées modernes sur les enfants. Paris: Flammarion, 1909; La mesure du développement de l'intelligence chez les jeunes enfants / mit Th. Simon. 1911; Les altérations de la personnalité. Paris: Alcan, 31912; Euvres complètes. Textes réunis par Bernard Andrieu. Saint-Pierre-du-Mont: Eurédit, 2001.

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 2