Bilderleben, kathathymes

Bilderleben, kathathymes, auch Symboldrama, von Hanscarl Leuner (1918–1997) begründetes systematisches therapeutisches Tagtraumverfahren. Wie schon der Name besagt (griech. kata, gemäß; thymos, Gemüt, Seele), soll die Abhängigkeit imaginativer Vorgänge vom Gemüt bzw. von den Emotionen betont werden. Ausgangspunkt ist die Annahme, dass spontan entstehende innere Bilder, vor allem vor dem Einschlafen (Schlummerbildchen), und vom Therapeuten induzierte Vorstellungsbilder unbewusste Konflikte widerspiegeln. Die Therapie erfolgt im entspannten Zustand. Der Klient legt sich zur Entspannung auf die Couch oder sitzt in einem bequemen Sessel. Nach Erreichen der entspannten Haltung wird er vom Therapeuten angeregt, vor seinem inneren Auge Bilder entstehen zu lassen und diese fortlaufend zu beschreiben. Durch Einbezug aller Sinnesempfindungen soll die Erlebnisqualität gesteigert werden. Ziel ist eine symbolische Durcharbeitung von Problemen und Konflikten bei Neurosen, Lebenskrisen und psychosomatischen Störungen.
Paranormologisch lässt sich auf diesem Weg auch eine Anzahl von Besessenheitsbildern und visionären Erfahrungen durchleuchten und aufarbeiten.

Lit.: Leuner, Hanscarl: Katathym-imaginative Psychotherapie: (KiP). Fortgef. von Eberhard Wilke. Stuttgart: Thieme, 2005.

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 2