Bienenomen

Bienenomen, Vorzeichen eines künftigen Ereignisses durch das Verhalten der Bienen und dessen Deutung zur Vorhersage. Als eines der volkstümlichsten Tiere wird die > Biene aufgrund ihrer Ordnung und Großzügigkeit (Produzentin von Honig und Wachs) in ihrem Verhalten seit jeher mit zahlreichen Vorzeichen in Verbindung gebracht: Verfolgen Bienen sich und töten sich gegenseitig oder kommt es zu Schlachten benachbarter Bienenstaaten, steht angeblich ein Krieg bevor. Wem die Biene an die Lippen fliegt, ohne hineinzustechen, kann sich an den hl. > Ambrosius von Mailand oder den griechischen Tragödiendichter Sophokles erinnern, denen dieses Verhalten zum Omen wurde in dem Sinne, dass ihnen die Worte künftig wie „Honig von den Lippen fließen“ würden. Als der Philosoph Platon als Kind in seiner Wiege schlummerte, machten es sich die Bienen auf seinem Mund geradezu bequem – ein Omen seiner besonderen Berufung.

Lit.: Bauer, Wolfgang / Clemens Zerling: Das Lexikon der Orakel: der Blick in die Zukunft. Orig.ausg. München: Atmosphären Verlag, 2004.

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 2