Bicker, Adelheid

Bicker, Adelheid, wurde als Hexe 1653 zum Tod durch Enthauptung verurteilt. B. stammte aus der Bauerschaft Langenholzhausen / Deutschland. Um 1620 heiratete sie Cordt Depping, nach dessen Tod den Alten Bicker. Nach dem Bericht eines Beamten über eine inquisitorische Zeugenvernehmung wurde der Prozess gegen B. am 29. August 1653 eingeleitet. Am 17. Juli 1653 hatte B. dem Knecht Tönies Bent in ihrem Leibzuchthaus, wo sie damals arbeitete, eine Schüssel Milch gegeben, nach deren Genuss ihm sofort übel wurde. Auf dem Krankenlager beschuldigte er sie, ihn mit Milch bezaubert zu haben. Nach vierzehntägiger Krankheit starb er. Dieses Geständnis wurde später auch in Frage gestellt. Am 8. Oktober 1653 wurde B. auf ihr Begehren hin der > Wasserprobe unterzogen, wobei sie dreimal schwamm. Nach schwerer Folter gestand sie schließlich und wurde zum Tod durch das Schwert verurteilt.

Lit.: Walz, Rainer: Hexenglaube und magische Kommunikation im Dorf der frühen Neuzeit: die Verfolgungen in der Grafschaft Lippe. Paderborn: Schöningh, 1993, S. 113–116.

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 2