Bibiana

Bibiana (Viviana von lat. vivere, leben, „die Lebendige“), hl. Märtyrerin (Fest: 2. Dezember). Nach dem Liber pontificalis 1, 249, ruht der Leichnam in der nach ihr benannten römischen Kirche, die Papst Simplicius (468–483) über ihrem Grab errichten ließ. Der Legende nach soll B. als junges Mädchen um das Jahr 365 nach Monaten der Folter an eine Säule aus Porphyr gebunden und mit Geißeln, die mit bleiernen Zacken versehen waren, zu Tode gepeitscht worden sein. Ein Priester nahm sich dann der Leiche an und bestattete sie. In der 100 Jahre später erbauten Kirche S. Bibiana befindet sich angeblich jene Säule, an der B. den Martertod fand.
Sowohl der Staub der Säule als auch die Minze, die auf dem Grab wächst, galten als wirksame Medizin gegen Fallsucht. So wird B. gegen Epilepsie, Trunksucht, Kopfschmerz, Krampf und Unfall angerufen.
Dargestellt wird sie als edel gekleidete Frau mit den königlichen Attributen Schleier, Krone und Reichsapfel, ferner mit Pflug, Schwert und Buch.

Lit.: Delehaye: Étude sur  el Légendier Romain. Bl 1936, 124–143; Martyrologium Romanum. Brüssel, 1940.

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 2