Bibelmagie

Bibelmagie, magische Aussagen und Handlungen im Zusammenhang mit der > Bibel. Dabei sind zwei grundsätzlich verschiedene Formen der > Magie zu unterscheiden, nämlich Magie in der Bibel und Magie mit der Bibel:
1. Magie in der Bibel. Das Alte Testament weist eine Reihe von magischen Gegenständen und Handlungen auf wie > Liebesäpfel (Hld 7, 14) oder > Aarons Zauberstab (Ex 7, 12). Die Versuche, durch magische Praktiken die Zukunft zu enträtseln, z. B. durch Totenbeschwörungen, Wahrsagerei und Zauberei, werden als mit dem Jahweglauben unvereinbar bezeichnet, insbesondere der Götzendienst. Hingegen haben Segen, Fluch, Reinheitsvorschriften und Opfer, Kultgegenstände und -handlungen mit der Aufnahme in den Jahweglauben ihre ursprünglich magische Bedeutung verloren.
Im Neuen Testament wird jede Form der Magie abgelehnt. So verbrannten Christen aus Ephesus nach der Taufe auf Veranlassung des Paulus (Apg 19, 19) ihre magischen Bücher.
2. Magie mit der Bibel. Hier wird die Bibel selbst zum magischen Gegenstand. Sie dient vor allem zur Abwehr von bösen Geistern und als Heilmittel. Man legt sie unter das Kopfkissen eines Kranken, damit er geheilt oder der Todeskampf gelindert werde. Zum Schutz und Gedeihen der Tiere hängt man sie sogar im Stall auf. Zum persönlichen Schutz werden Seiten der Bibel als > Amulett verwendet.

Lit.: Dinzelbacher, Peter / Dieter R. Bauer (Hrsg.): Volksreligion im hohen und späten Mittelalter. Paderborn [u. a.]: Schöningh, 1990; Dictionary of Deities and Demons in the Bible (DDD). Second extensively rev. ed. Leiden: Eerdmans; Brill, 1999.

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 2