Bianchi, P. Benigno

Bianchi, P. Benigno (ca. 1890), Professor für Psychiatrie in Neapel, später Erziehungsminister, untersuchte Eusapia > Paladino und war bei der Sitzung im März 1891 anwesend, an der zum ersten Mal auch der ursprünglich allem Paranormalen gegenüber ablehnend eingestellte Prof. Cesare > Lombroso teilnahm und die ihn in seiner Opposition zur spiritistischen Hypothese grundlegend erschütterte.
Auf Einladung von Prof. Markus T. Falcomer nahm B. auch an einer Séance mit Nilda Bonardi teil und stellte der angeblichen Intelligenz, die den Tisch bewegte, skeptisch die Frage, ob sie die Namen zweier verstorbener Onkel von ihm nennen und ein Familiengeheimnis lüften könne. Der Tisch gab die beiden Namen sogleich an und machte sich auch daran, das Geheimnis genauestens zu enthüllen, so dass B. eilig „Stop“ schrie. Er schrieb daraufhin an Prof. Falcomer: „Die Gesamtheit der von mir beobachteten und  aufgezeichneten Fakten im Verlauf verschiedener Sitzungen haben den Skeptiker in mir aufgehoben; zahlreiche Umstände machen mich inzwischen geneigt, an den Spiritismus zu glauben.“

Lit.: Encyclopedia of Occultism & Parapsychology. Vol. 1 / Leslie Shepard [Hrsg.]. Detroit, Michigan: Gale Research Company; Book Tower, 21984.

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 2