Bewusstsein, ekstatisches

Bewusstsein, ekstatisches, Identifizierung des Ichbewusstseins mit dem Inhalt einer Erfahrung in einer solchen Intensität, dass es jeden Bezug zu anderen Erfahrungen, Erinnerungen, Vorstellungen und jede Form des Umweltbezugs, zuweilen sogar unter Einschluss des eigenen Körpers, völlig aufgibt. So schreibt die heilige Theresia von Avila:
„Wenn der Herr die Seele zur Verzückung erheben will, wird ihr der Atem derart entzogen, dass sie durchaus nicht mehr sprechen kann. Die übrigen Sinne bleiben manchmal noch kurze Zeit frei, manchmal aber werden sie plötzlich alle miteinander entrückt. Es erkalten die Hände und der ganze Leib, so dass es den Anschein hat, die Seele sei entwichen; manchmal merkt man es nicht einmal, ob der Leib noch atmet. Dieser Zustand dauert in einem fort nur eine kurze Zeit. Sobald diese gewaltige Entrückung etwas nachlässt, scheint der Körper wieder einiges Leben zu gewinnen und atmet wieder auf, um aufs neue zu sterben und der Seele ein neues Aufleben zu verschaffen; so währt denn bei all dem diese so große Ekstase nie lange.“ (Die Seelenburg, S. 147–148)

Lit.: Johannes vom Kreuz: Lebendige Liebesflamme. Dritter Band der sämtlichen Werke von Johannes vom Kreuz. 3., unveränd. Aufl. München: Kösel, 1952; Die Seelenburg der Heiligen Theresia von Jesu. Fünfter Band der sämtlichen Schriften von Theresia von Jesu. Übersetzt und bearbeitet von Aloysius Alkofer. München; Kempten: Kösel, 1952.

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 2