Betancur, Petrus vom hl. Joseph

Betancur, Petrus vom hl. Joseph (*16.05.1619 Chasna, Teneriffa, Spanien; † 25.04.1667 Antigua Guatemala, Guatemala), Ordensgründer, heilig (30.07.2002, Fest: 25. April). In seiner Jugend betätigte er sich als Hirte. Am 18. September 1649 verließ B., einem inneren Ruf folgend, seine Heimat und kam schließlich am 18. Februar 1651 nach Santiago de los Caballeros de Guatemala, von wo er sich auf geheimnisvolle Weise angezogen fühlte. „Hier will ich leben und sterben“, war sein Ausruf bei seiner Ankunft. 1652 schloss er sich – nachdem ihm wegen mangelnder Ausbildung der Weg zum Priestertum versagt blieb – dem Dritten Orden des hl. Franziskus an, dessen Mitglieder die Kutte des ersten Ordens trugen, jedoch ohne Kapuze. Als Stätte seines Wirkens wählte er eine kleine Strohhütte als „das kleine Haus Unserer Lieben Frau von Bethlehem“. Um seine vielen Werke der Nächstenliebe auszuführen und absichern zu können, gründete er die Kongregation der Bethlehemiten und der Bethlehemitinnen. In der Hl. Nacht floss sein Herz vor Glückseligkeit über. Beim Anstimmen des Liedes Et verbum caro factum est begann er im Kloster des hl. Franziskus einen Tanz, der die Anwesenden zu Tränen rührte. Nachdem er die Ordensbrüder aufgefordert hatte, sich über das Geschenk der Erlösung zu freuen, sank er vor dem Altar auf die Knie und verharrte dort bis zum Ende der etwa zweistündigen Feier in einem Zustand der Ekstase. Seinen Tod genau vorausahnend, verfasste er ein Testament mit exakten Anweisungen für die Fortführung seines Werkes. In den vierzehn Jahren seines Wirkens in Guatemala sah ihn niemand je ein Bett oder einen Tisch benützen. Er schlief an die Wand gelehnt oder den Kopf zwischen die Fäuste gestützt – ein heiliges Unikum des menschlichen Lebens.

Lit.: Resch, Andreas: Die Seligen Johannes Pauls II. 1979–1985. Innsbruck: Resch, 2000; Pasos que se han dado hacia la canonización del Hermano Pedro de San José de Betancur desde 1668 al año 2001. Antigua Guatemala, 2001.

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 2