Besessene von Gerasa

Besessene von Gerasa, von Jesus geheilte Besessene. Von dieser Heilung der Besessenen von Gerasa oder Gerada (Mt) berichten die Evangelien von Matthäus, Markus und Lukas (Mt 8, 28–34; Mk 5, 1–20; Lk 8, 26–39). Den umfangreichsten und anschaulichsten Bericht bringt Markus, während sich bei Matthäus die kürzeste Fassung findet:

28 Als Jesus an das andere Ufer kam, in das Gebiet von Gadara, liefen ihm aus den Grabhöhlen zwei Besessene entgegen. Sie waren so gefährlich, dass niemand den Weg benut­zen konnte, der dort vorbeiführte. 29 Sofort begannen sie zu schreien: Was haben wir mit dir zu tun, Sohn Gottes? Bist du hergekom­men, um uns schon vor der Zeit zu quälen? 30 In einiger Entfernung weidete gerade eine große Schweineherde. 31 Da baten ihn die Dämonen: Wenn du uns austreibst, dann schick uns in die Schweineherde! 32 Er sagte zu ihnen: Geht! Da verließen sie die beiden und fuhren in die Schweine. Und die ganze Herde stürzte sich den Abhang hinab in den See und kam in den Fluten um. 33 Die Hirten flohen, liefen in die Stadt und erzählten dort alles, auch das, was mit den Besessenen ge­schehen war. 34 Und die ganze Stadt zog zu Jesus hinaus; als sie ihn trafen, baten sie ihn, ihr Gebiet zu verlassen“ (Mt 8, 28–34).

Im Gegensatz zu Markus und Lukas nennt Matthäus das Gebiet Gadara (besser bezeugte Lesart) und spricht von zwei Besessenen. Die Heilung erfolgt in allen drei Berichten auf die gleiche Weise. Die Dämonen fahren ihrem Wunsch entsprechend in die Schweine. Die Erlaubnis dazu erhalten sie jedoch von Jesus, der über sie die volle Macht hat. Die Einwohner sind von der Heilung der beiden weniger betroffen als vom Los der Schweineherde, geht es hier doch um ihren Lebensunterhalt. Sie haben Angst vor Jesus, der über solche Kräfte verfügt und alles vernichten könnte, und bitten ihn daher, ihr Gebiet zu verlassen, da sie von ihm nichts Gutes erwarten.

Lit.: Pesch, Rudolf: Der Besessene von Gerasa: Entstehung u. Überlieferung e. Wundergeschichte. Stuttgart: KBW-Verlag, 1972; Die Bibel. Einheitsübersetzung. Stuttgart: Verlag Katholisches Bibelwerk, 42003.

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 2