Bes, Besz

Bes, auch Besz. Ägyptischer, zwergwüchsiger Gott, der ursprünglich aus dem Sudan stammt und ab der 12. Dynastie in > Ägypten als Schutzgott während der Nacht vor allem vor gefährlichen Wüstentieren, insbesondere Schlangen, verehrt wurde. Er wurde auch als Gott der Zeugung und der Geburt angesehen, der einerseits böse Geister vom Haus fernhielt und gleichzeitig die Schwangeren, Wöchnerinnen und Neugeborenen schützte. B. war der Hüter des Schlafes und sandte Träume, galt aber auch als Gott der Launen und Lustbarkeiten, tanzte zur Unterhaltung der Götter und spielte auf Harfe, Leier und Tamburin. Leute, die an Schlafstörungen litten, riefen ihn in Ritualen an, zu denen auch seltsame Getränke gehörten.
In seinem Aussehen vereinigte er menschliche und tierische Züge mit einem fratzenhaftem Gesicht und oft auch mit übergroßen Geschlechtsteilen. Ursprünglich trug er ein Löwenfell auf dem Rücken, von dem später nur die Tierohren und der Schwanz übrig blieben. Weitere Attribute waren die Sa-Schleife (Schutzsymbol), Messer, Musikinstrumente und oft auch eine hohe Federkrone.
Eine Sonderform wurde „Aha“, d. h. Kämpfer, genannt, der mit seinen Händen ein Schlangenpaar würgt oder eine dem > Seth zugeordnete Gazelle packt.

Lit.: Ballod, Franz: Prolegomena zur Geschichte der zwerghaften Götter in Ägypten. Moskau: Liessner & Sobko, 1913; Bonnet, Hans: Lexikon der ägyptischen Religionsgeschichte. 3. unveränd. Aufl. Berlin: Walter de Gruyter, 2000.

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 2