Berufkräuter, Besprechkäuter

Berufkräuter oder Besprechkräuter, Bezeichnung von Pflanzen, die wider das Verhexen  oder die Verzauberung dienten. Der Ausdruck kommt von > berufen. d. h. von bösen Geistern oder Hexen angesprochen oder verhext worden zu sein. „Unberufen“ sein bedeutet hingegen ein „Frei- oder Unbeeinflusstsein“ von Ärgerlichem, Bösem, Krankem oder Schädlichem. Die B. sollten also einen Berufzauber unwirksam machen oder einem solchen vorbeugen. So legte man Kindern, die in der Nacht „laut aufschrieen“ B. in das Bett, damit sie vor Hexen und vor allem vor dem > bösen Blick sicher seien. Zu den B. zählt man eine Reihe von Kräutern, aus denen Tee oder ein Absud für Bäder und andere Anwendungen hergestellt werden, wie Frauenflachs (Linaria vulgaris), Sumpfgarbe (Achillea ptarmica), Kohl-Kratzdistel (Cirsium oleraceum), das Echte Berufkraut (Erigeron acer) und andere.

Lit.: Schöpf, Hans: Zauberkräuter. Graz: ADEVA, 1986; Bächtold-Stäubli, Hanns (Hg): Handwörterbuch des deutschen Aberglaubens. 10 Bde. Berlin: W. de Gruyter, 1987.

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 2