Berridge, Eward W.

Berridge, Eward W. (1843–1923), britischer Arzt und Alchemist. Er stand unter dem Einfluss der Schriften von Thomas Lake > Harris und Andrew Jackson > Davis, dem er bei seinem Aufenthalt in den USA begegnet sein dürfte. Um 1850 kehrte er nach London zurück, wo er die adventistische Bruderschaft „New Life“ gründete, „um die industrielle Welt zu reorganisieren“. Zudem war er Mitglied weiterer Gruppierungen, so auch der Kirche Emanuel > Swedenborgs. Hinsichtlich des Okkulten interessierte er sich besonders für die psychosexuellen Theorien. 1889 trat B. unter dem Namen „Respiro“ und dem Motto „Resurgam“ (ich werde auferstehen) dem > Golden Dawn-Orden bei. Er verbündete sich mit den Mitgliedern in London, die McGregor > Mathers unterstützten, eingeschlossen Aleister > Crowley, der B. später in seinen „Bekenntnissen“ und in seiner Novelle Moonchild lächerlich machte.
Durch tantrische Übungen (> Tantra), die B. mit einigen Mitgliedern praktizierte, löste er im Orden eine Krise aus. Dabei befasste er sich intensiv mit dem Phänomen des damals in England viel diskutierten > Vampirismus und benutzte junge Frauen gewissermaßen als  Reanimation seines lädierten Körpers als alternder Mann. Um möglichst viele junge Frauen hintereinander „lieben“ zu können, propagierte er den Geschlechtsverkehr ohne Ejakulation.
Als es im Orden zu einer Spaltung kam, gründete er in London den Isis-Tempel.
B. verfasste auch ein Lehrbuch der Homöopathie und beschäftigte sich mit praktischer Alchemie.

Lit.: Crowley, Aleister: Moonchild. A prologue. London: Mandrake Press, 1929; ders.: Die Bekenntnisse des Aleister Crowley. 2 Bde. Bergen-Dumme: Schulze, 1992.

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 2