Berosus

Berosus, auch Berossus, Berosos oder Berossos (um 340–270 v. Chr.), babylonischer Geschichtsschreiber und Priester des großen > Bel (Bel-Marduk) zu Babel. B. schrieb auf Griechisch ein dreibändiges Werk über die Kultur von Babylonien, das er Antiochus I. (280–261 v. Chr.) von Syrien widmete. Das Buch trug wahrscheinlich den Titel „Babyloniaca“, auch wenn es bei Josephus und Clemens von Alexandrien unter dem Namen „Chaldaica“ erwähnt wird. Es wurde jedenfalls von späteren griechischen Schriftstellern reichlich verwendet, obwohl es nur in indirekt überlieferten Fragmenten erhalten ist. In diesem Werk belehrte B. um 280 v. Chr. die Griechen zum ersten Mal genauer über die babylonische Götter- und Schöpfungsgeschichte wie auch über ihre Sternkunde und Sterndeutung, die er als die Weisheit des Bel beschreibt.
B. war vor allem in Astronomie und > Astrologie bewandert und soll auf der griechischen Insel Kos eine Astrologenschule gegründet haben. Nach seinen astrologischen Deutungen sollte der Weltbrand durch das Zusammentreffen aller Planeten im Zeichen Krebs entstehen; die Sintflut habe hingegen durch ein Planetentreffen im Zeichen des Steinbocks stattgefunden.
   
Lit.: Berosus, Babylonius: Berosi Chaldaeorum historiae quae supersunt, cum commentatione prolixiori de Berosi vita et librorum eius indole / auctore Joanne Dan. Guil. Richter. Lipsiae: Hartmann, 1825.

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 2