Bernstein, Morey

Bernstein, Morey (1919–1999), Geschäftsmann und Hypnotiseur aus Pueblo, Colorado, USA, der 1956 mit seinem Buch The Search for Bridey Murphy erstmals eine weltweite Diskussion zur Frage der > Reinkarnation auslöste. Darin schildert er den Fall der Amerikanerin Virginia Tighe (1923–1995, im Buch Ruth Simmons genannt), mit der er insgesamt acht Hypnose-Sitzungen durchführte. In der dritten bis achten Sitzung (29. November 1952 bis 1. Oktober 1953) beschrieb Simmons ein früheres Leben als Bridey (eigentlich Bridget Kathleen) Murphy, Tochter von Duncan und Kathleen Murphy, die am 20. Dezember 1798 in Cork (Irland) geboren wurde. 1818 heiratete sie Sean Brian Joseph McCarthy (*1796) und zog mit ihm nach Belfast, wo sie 1864 starb.
Aus der hypnotischen Rückführung entnahm B. eine große Anzahl von Einzelinformationen, die William J. Barker für die Tageszeitung Post in Denver untersuchte. Er reiste nach Irland und fand dort fast alles bestätigt, was „Bridey Murphy“ in den Sitzungen erzählt hatte. Allerdings ließen sich in keinem Dokument weder ihr Name noch die Namen der von ihr genannten Personen nachweisen. Tighe erinnerte sich auch an eine kurze Inkarnation in Nieuw Amsterdam (Name von New York bis 1664).
Die erste gedruckte Erwähnung des Falles findet sich im Empire Magazine vom 12., 19. und 26. September 1954, doch erst das Buch von 1956 löste weltweit Resonanz aus. Es wurde in jeder nur erdenklichen Weise kritisiert und der Fall als reine Erfindung hingestellt. Eine journalistische  Kampagne der Bildzeitung Chicago American gegen die in anderen Blättern veröffentlichte Geschichte bewirkte, dass die Berichte bald allgemein als ein Fall von > Kryptomnesie galten.
William Barker verteidigte seine Aussagen durch den Beitrag Bridey’s Debunkers Debunked (Brideys Entlarver entlarvt) und The Case for Bridey in Ireland (Der Fall für Bridey in Irland.) 
1966 wurde das Buch von B. verfilmt. William J. Barker spielte selbst mit.

W.: Der Fall Bridey Murphy: Dokument einer Wiedergeburt. Dt. aus d. Amerikan.von Heinrich F. Gottwald. Göttingen: Zierau, 1957.

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 2