Bernhard von Corleone

Bernhard von Corleone, bürgerlich: Filippo Latino (* 6.02.1605 Corleone, Sizilien; † 12.01.1667 Palermo), heilig (10.06.2001, Fest: 12. Januar), Kapuzinerbruder. B. war Schuster und liebte Waffengefechte. Bei einem Duell fügte er seinem Gegner, der ihn herausforderte, tödliche Verletzungen zu. Obwohl B. daraufhin als bester Fechter Siziliens gefeiert wurde, bereute er das Geschehene und trat am 13. Dezember 1631 in den Kapuzinerorden ein. Wahrscheinlich diente er dem Schriftsteller Alessandro Manzoni in seinen Promessi Sposi als Modell für die Gestalt des Fra Cristoforo, der den Habit nahm, um für eine Tötung mit dem Schwert zu sühnen.
Als Ordensbruder arbeitete B. in der Küche und in der Krankenpflege, die er auch auf die Tiere ausdehnte. In ständiger Verbundenheit mit Gott war er oft völlig abwesend oder befand sich in Ekstase. Zeugen berichten auch von seiner prophetischen Gabe.

Lit.: Frazzetta, Michele (1612–1681): Vitae compendium ven. f. Bernardi a Corleone Siculi laici cappuccini a P. Michaele Frazzetta Soc. Iesu Italice dat. Panormi, 1679; Colletto, Giovanni: San Bernardo da Corleone: Laico Cappuccino [Palermo]: stampa 2001.

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 2