Bergmönch

Bergmönch, weißhaariges, übergroßes Wesen, das als Kapuzenmann in den Bergwerken Deutschlands, welche Schätze bergen, sein Unwesen treiben soll. Der B. ist gerecht und unberechenbar zugleich. Schon sein Hauch kann töten und sein bloßes Erscheinen bringt Unglück. Gleich den > Berggeistern lässt auch er sein Pochen und Klopfen vernehmen. Ebenso gehören Neckereien, ähnlich > Poltergeistern, zu seinem Repertoire.
Seine guten Eigenschaften verschwinden hinter den bösen. Einer seiner engen Verwandten ist der schlesische Berggeist > Rübezahl.
Mit dem Aufkommen des Christentums verloren die > Naturgeister generell ihre positiven Züge. Martin Luther, der bereits die Poltergeister verteufelt hatte, schrieb auch dem B. dämonische Züge zu.
Nach Julian Franklyn, der den B. in seinem Buch A Survey of the Occult (1935) ebenfalls erwähnt, sollen die Schatzminen auf der ganzen Welt von ähnlichen Dämonen oder Schutzgeistern heimgesucht werden.

Lit.: Franklyn, Julian (Hrsg.): A Survey of the Occult; with contributions by F. E. Budd [and others]. London: Barker 1935; Petzoldt, Leander: Kleines Lexikon der Dämonen und der Elementargeister. München: Beck, 1995.

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 2