Berger, Hans

Berger, Hans (* 21.05.1873 Neuses bei Coburg; † 1.06.1941 Jena), Neurophysiologe, Psychiater und Entdecker des Elektroenzephalogramms (EEG). Kurz vor seinem Tod veröffentlichte er eine kleine Schrift mit dem Titel Psyche. Diese erschien 1940, zu Beginn des Krieges, und blieb nicht nur deshalb nahezu unbeachtet, sondern auch, weil sie bei vielen Naturwissenschaftlern, Medizinern und Psychologen Unbehagen auslöste. B. bekennt sich darin nämlich aufgrund eigener und vor allem fremder Untersuchungen zur Realität der > Telepathie. Es gelang ihm jedoch nicht, diese mittels einer energetischen Theorie zu erklären. Er postulierte eine psychische Energie, die psychische Eigenschaften besitze und dem Gesetz der Erhaltung von Energie unterworfen sei. Ein Indikator für die Energiequelle schien ihm damals der Abfall der Temperatur des menschlichen Gehirns bei geistiger Arbeit zu sein. Er unterstützte dabei Richard > Baerwald, der die Meinung vertrat, dass sich die Gedankenübertragung restlos aus unserer gewohnten Naturerkenntnis erklären lasse, obwohl seiner Ansicht nach die psychische Energie durch keinerlei Hindernisse aufgehalten werden könne.

W.: Berger, Hans: Psyche. Jena: Fischer, 1940.
Lit.: Bender, Hans: Telepathie, Hellsehen und Psychokinese. Aufsätze zur Parapsychologie I. München; Zürich: R. Piper & Co. Verlag, 51984.

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 2