Berchta

Berchta (ahd. Perahta, „die Leuchtende“), auch Berchtel oder Perchta genannt, ist in Schwaben, im Elsass, in der Schweiz, in Bayern und Österreich „die Glänzende“, die wie > Hulda den glänzenden Schnee erzeugt. Dem Wort nach gütig, wird sie gewöhnlich als fürchterliches, kindererschreckendes Wesen, als Bauchaufschlitzerin und als hexenhafte „Percht mit der eisernen Nase“ dargestellt. Im Gedicht „Pluemen der tugent“ von Hans Vintler (1411) wird „Perchten mit der eisnen nas“ genannt“ und nach einem mhd. Gedicht von 1393 aus Tirol, „Berchten mit der langen nâs“, ist B. eine gräulich aussehende Frau, die diejenigen tritt, die nicht „fast“ gegessen haben.
Gleich > Hulda führt sie auch Aufsicht über die Spinnerinnen. Was sie am letzten Tag des Jahres unabgesponnen findet, verdirbt sie. Im Advent geht sie durch die Dörfer, schenkt den braven Kindern Hutzelbrot und Nüsse und bestraft die faulen mit der Rute. Am Perchtentag (Dreikönig) ist es in manchen Alpengegenden Brauch, ihr Speisen auf das Dach zu stellen. Wenn an diesem Tag Fische und Klöße fehlen, schneidet sie dem, der andere Speisen zu sich genommen hat, den Leib auf, füllt ihn mit Häckerling und näht ihn mit einer Pflugschar statt der Nadel wieder zu (Grimm, S. 177)
In der mittelalterlichen Literatur erscheint B. neben > Diana als Nachtfrau. Nach B. haben die > Perchten ihren Namen.

Lit.: Frick, Karl R. H.: Das Reich Satans: Luzifer / Satan / Teufel und die Mond- und Liebesgöttinnen in ihren lichten und dunklen Aspekten – eine Darstellung ihrer ursprünglichen Wesenheiten in Mythos und Religion. Graz: ADEVA, 1982; Grimm, Jakob: Deutsche Mythologie. Überarb. Reprint d. Orig.ausg. v. 1943 nach d. Exemplar d. Verlagsarchives. Coburg: K. W. Schütz-Verlag, o. J.; Timm, Erika: Frau Holle, Frau Percht und verwandte Gestalten: 160 Jahre nach Jacob Grimm aus germanistischer Sicht betrachtet. Unter Mitarb. von Gustav Adolf Beckmann. Stuttgart: Hirzel, 2003.

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 2