Bennett, (Charles Henry) Allan

Bennett, (Charles Henry) Allan (1872–1923), britischer Okkultist, der in London geboren und als Waise von dem bekannten Okkultisten Samuel MacGregor > Mathers adoptiert wurde. Dieser führte ihn in den > Golden Dawn (> Hermetischer Orden der Goldenen Morgendämmerung) ein, dem er künftig als Frater Iehi Aour (hebr.: „Es werde Licht“) angehören sollte. B. widmete sich so sehr der rituellen Magie, dass er Mathers an Bedeutung übertraf. Er verfasste die Anrufung Taphthartharath, durch die der Geist Merkurs sichtbar werden sollte. Im Golden Dawn begegnete er Aleister > Crowley, mit dem er zeitweise eine Wohnung teilte und den er in der Praxis der rituellen Magie unterrichtete. Zudem bearbeitete er einen Teil des magischen Bezugssystems 777, das Crowley später als Buch 777 herausbrachte.
B. machte eine Reihe von Selbstexperimenten, auch unter Anwendung von Drogen, um die  Grenzdimensionen des Geistes zu ergründen. Als sich sein Gesundheitszustand verschlechterte (er litt unter starkem Asthma), besorgte Crowley Geld, um seinen Freund nach Ceylon zu schicken, wo er Schüler des Yogi Shri Parananda wurde. B. ging dann nach Burma, um im Kloster von Akyab unter dem Namen Bhikku Ananda Metteya als buddhistischer Mönch zu leben. 1903 gründete er die Internationale Buddhistische Gesellschaft. Nach London zurückgekehrt, wurde er zu einem der Hauptinitiatoren der buddhistischen Bewegung und 1908 zum Mitbegründer der englischen Buddhistischen Gesellschaft.

W.: The Wisdom of the Aryas. London: Paul, 1923; The Religion of Burma, and other papers. Adyar: Theosophical Publishing House, 1929.

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 2