Benincasa, Ursula

Benincasa, Ursula (*20.10.1547 Neapel; †20.10.1618), Dienerin Gottes (7.08.1793), lebte schon als Kind in tiefer Verbundenheit mit Gott und hatte mit zehn Jahren ihre erste Ekstase. Da keine Heilmittel halfen und die Ekstasen zunahmen, versuchte man deren Echtheit zu ergründen. Man stach B. während der Ekstase mit Nadeln, verbrannte sie mit Fackeln im Gesicht und schüttelte sie heftig. Sie aber blieb unbeweglich und ohne Reaktion. Nach Rückkehr aus der Ekstase empfand sie an den verletzten Körperstellen jedoch Schmerzen. Um dem Andrang des Volkes zu entgehen, floh B. 1579 auf den Monte Sant’Elmo und lebte dort als Einsiedelerin. Nach einer Ekstase am 12. März 1582 ging sie nach Rom und erbat eine Audienz bei Gregor XIII. Dabei sagte sie dem Papst, dass sie den göttlichen Auftrag habe, ihn zu ermuntern, die Reform der Kirche zu beginnen. Da sie bei diesem Anlass mehrfach in Ekstase fiel, ließ sie der Papst nach Anhörung ihrer Mitteilung von einer neunköpfigen Kommission aus Prälaten und Theologen, darunter Philipp Neri, untersuchen. Neri, dem sie zur Beobachtung anvertraut wurde, blieb skeptisch. Die Untersuchung dauerte drei Monate. Es war die Zeit der Inquisition, wo man Visionen, Ekstasen usw. gegenüber sehr misstrauisch war. Neri erkannte ihre Unschuld schließlich an. B. konnte Rom verlassen und auf den Monte Sant’Elmo zurückkehren, freilich mit dem Verbot, Weissagungen zu verbreiten, und dem Gebot, weiterhin für Kontrollen zur Verfügung zu stehen.
1583 gründete sie die Kongregation der Oblatinnen von der Unbefleckten Empfängnis der Jungfrau Maria. Am 2. Februar 1616 wurde ihr in einer Vision der Gottesmutter das blaue Skapulier der Unbefleckten Empfängnis anvertraut, was der Kirche auf dem Monte Sant’Elmo eine besondere Bedeutung verlieh, zumal Papst Clemens X. 1671 dasselbe durch ein Breve anerkannte. Mit 69 Jahren erhielt sie die Stigmen und 1617 gründete sie die Eremitinnen.
B. starb am 20. Oktober 1618 im Ruf der Heiligkeit. Am 7.08.1793 wurde das Dekret der heroischen Tugenden veröffentlicht.
 
Lit.: Maggio, Francesco Maria: Compendioso ragguaglio della vita, morte, e monasteri della venerabile madre D. Orsola Benincasa napolitana. Milano, 1673; Bagatta, Giovanni: Vita della ven. serva di Dio Orsola Benincasa napolitana dell'Ordine de' Cherici regolari. Fondatrice delle vergini. Roma, 1696; Pronzato, Alessandro: Una finestra con vista sul cielo: profilo biografico della ven. Orsola Benincasa fondatrice delle Suore teatine. Torino, 1985.

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 2