Benedikt von San Philadelphio

Benedikt Manassari von San Philadelphio (der Mohr), Franziskaner, heilig (24.05.1807, Fest: 4. April), als Sohn eines äthiopischen Sklaven 1526 in San Philadelphio bei Messina geboren, seiner dunklen Hautfarbe wegen auch „der Mohr“ genannt, wurde in jungen Jahren Einsiedler in San Fratello in der Nähe seines Heimatdorfes und trat dann als Laienbruder bei den Franziskanern ein. Obwohl er nicht lesen und schreiben konnte, ernannte man ihn aufgrund seiner charismatischen Gaben zum Guardian und anschließend zum Novizenmeister. B. starb in seinem Kloster zu Palermo am 4. April 1589 und wurde 1807 heiliggesprochen. Als gefordertes Wunder für seine Heiligsprechung wurde die plötzliche und vollkommene > Heilung des vierzehnjährigen Philipp Scaglione anerkannt, dessen Beine von Geburt an verkrüppelt waren.
In der Zeugenvernehmung des Heiligsprechungsverfahrens machte Philipp Scaglione als 21-Jähriger folgende Aussage: „Ich bin in dieser Welt an beiden Beinen als Krüppel geboren,  und so lebte ich viele Jahre dahin, niemals habe ich auf meinen Füßen stehen können. Wenn ich gehen wollte, musste ich auf dem Boden kriechen mit den Knien. Und oftmals vermochte ich das nicht einmal zu tun“ (Schamoni, S. 179).  Als er 14 Jahre alt war und die Franziskaner die Reliquie des Bruders Benedikt an seinem Haus vorbeitrugen, ließ er sich von seiner Schwester Vinzenza zum Fenster bringen. „Nachdem sie mich dorthin getragen hatte, bat ich ihn, er möge meine Beine heilen, damit ich gehen könne, und ich bat ihn darum aus ganzem Herzen. Als die Prozession vorüber war... sah ich einen Franziskaner mit schwarzem Gesicht neben mir, der mir sagte, ich solle gehen, denn ich sei schon geheilt.... Ich ging frei und fröhlich, etwas, was ich in meinem Leben noch nie getan hatte... Und so ist es bis heute geblieben... ich kann tüchtig gehen und unbehindert laufen ohne jede Schwierigkeit“ (Schamoni, S. 80).

Lit.: Benedictus a Sancto Philadelphio, Positio super miraculo. Romae, 1780, S. 7–11; Schamoni, Wilhelm: Wunder sind Tatsachen. Würzburg [u. a.]: Johann Wilhelm Naumann; Christiana; Veritas, 31976.

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 2