Benedikt von Canfield

Benedikt von Canfield (*1562 Essex, England; † 21.11.1610), Kapuziner; wurde in der anglikanischen Kirche auf den Namen William Fitsch getauft. Während seines Jurastudiums in London trat er am 1. August 1585 heimlich zur katholischen Kirche über, ging nach Paris, trat in den Kapuzinerorden ein, studierte in Venedig Theologie und empfing 1589 die Priesterweihe. B. wirkte dann als Novizenmeister in Orléans und wurde bei dem Versuch, 1599 in Zivilkleidung nach England zu reisen, gefangen genommen. Während seiner  dreieinhalbjährigen Haft verfasste er ein englisches Manuskript seines auf Französisch erschienenen Hauptwerkes La règle de perfection. Darin beschreibt er auf vielen Seiten eigenes ekstatisches Erleben und die mystische Versenkung. Ab 1603 hielt er sich wieder in Frankreich auf, wo er als Spiritual und Schriftsteller arbeitete.
Nach B. könne man durch vollkommene Übereinstimmung mit dem Willen Gottes und der Betrachtung des Leidens Christi sowie durch passives Zu-Nichts-Werden (Entrückung) und aktives Zu-Nichts-Werden (In-Gott-Sein) im überragenden mystischen Erleben Gott schauen. 1689 kam La règle de perfection wegen quietistischer Tendenzen auf den Index.

W.: La Règle de Perfection contenant un abregé de toute la vie spirituelle, réduite à ce seul poinct de la volonté de Dieu; divisé en trois parties... Augmentee en ceste septiesme edition de sa miraculeuse conversion, & un sommaire discours de son heureuse vie & mort; plus une sienne methode & adresse de l'oraison, avec une lettre qu'autrefois il a escrit au pere Ange de Joyeuse. Charles Chastelain, 1633.

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 2