Belloc, Jeanne

Belloc, Jeanne (ca. 1609), eine angebliche Hexe, die während der Herrschaft von König Heinrich IV. (1589–1610) im damaligen Distrikt Labourd in der französischen Baskenregion lebte und mit 84 Jahren der Zauberei beschuldigt wurde. Im Verhör mit Pierre Delancre gab sie zu Protokoll, dass sie im Winter 1609 mit regelmäßigen Besuchen des > Hexensabbats begann, wo sie dem Teufel vorgestellt wurde, der sie küsste – eine Form von Anerkennung, die er nur den größten Zauberern zuteil werden ließ. Sie erzählte, dass diese Zusammenkünfte eine Art Maskenball waren, zu dem manche in normaler Kleidung, andere wiederum als Hunde, Katzen, Esel, Schweine und sonstige Tiere verkleidet zum Tanz erschienen. 
Allerdings ist kein Verlass auf die Aussagen der Opfer von Delancre, der Folter anwandte und die Meinung vertrat, dass die meisten der 30.000 Bewohner von Labourd, Priester eingeschlossen, in Hexerei verwickelt waren.

Lit.: Shepard, Leslie (Hrsg.): Encyclopedia of Occultism & Parapsychology. Detroit, Michigan. 1. Bd. Gale Research Company: Book Tower, 21984.

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 2