Bellarmin, Robert Franz Romulus

Bellarmin, Robert Franz Romulus (*4.10.1542 Montepulciano, Italien; † 17.02.1621 Rom (Grab S. Ignazio)), heilig (29.06.1930, Fest: 17. September), Jesuit, Kardinal, Kirchenlehrer. B. war einer der großen Kontroverstheologen und als solcher bemüht, jede Unklarheit oder Beliebigkeit zu vermeiden.
Beim Seligsprechungsverfahren auf Diözesanebene in Capua 1622 berichtete der Zeuge Thomas dello Sapone aus Capua, 53 Jahre alt, von einem reichen Fischfang auf die Fürbitte von B. Der Bericht wurde in die Positio super virtutibus, Romae 1712, Summarium additionale, S. 118–121, aufgenommen, und von Wilhelm Schamoni ins Deutsche übersetzt.
Wie Thomas berichtet, hatten die Fischer schon länger keinen Fang mehr gemacht:
„... Gegen Abend, um 21 Uhr, kam der Herr Kardinal Bellarmin zu einem Spaziergang. Er war aus dem Wagen gestiegen, und als wir ihn in der Nähe sahen, gingen wir ihm entgegen. Er gab uns den Segen und fragte: ,Was macht das Fischen?' Und einer von uns, Scipio di Leone, antwortete: ,Hochwürdigster Herr, wir sterben hier vor Hunger, denn wir fangen keine Fische.‘ Und jener antwortete: ,Zieht die Reusen hoch, dann werdet ihr welche fangen.‘ Scipio erwiderte, um ihm zu gehorchen, wolle er sie hochziehen, obwohl sie kurz zuvor sie hochgezogen und nichts gefangen hatten. Der Herr Kardinal sagte darauf, er solle noch etwas warten, und ging einige Schritte weiter hin zu einer alten Kapelle ... Der Herr Kardinal kniete sich in der Kapelle hin, betete eine Viertelstunde, erhob sich und trat zu uns, die wir bei den Winden am Flusse standen. Er erhob die Hand ... machte damit das Kreuzzeichen und sagte so laut, dass wir alle es verstanden: ,Kommt, Fische!‘ Darauf fingen wir an, mit dem Handnetz zu fischen, und jedes Mal, wenn wir es heruntergelassen hatten und wieder hochzogen, fingen wir Fische, auf einen Schlag ein, zwei und sogar drei Alsen auf einmal. Das ging so etwa eine Drittelstunde lang. Darauf sagte der Herr Kardinal: ,Geht und zieht die Reusen hoch!‘ Und als wir das taten, fingen wir eine sehr große Menge Fische ... Über den Fang waren wir sehr glücklich. Wir gingen zu dem Herrn Kardinal und baten ihn, er möge oft zu der Fischerei kommen.“
Diese Aussagen wurden beim Apostolischen Prozess von 1626/27 in Capua von dem Zeugen Sebastian Belleze, 57 Jahre alt, mit ähnlichen Worten wiederholt und inhaltlich bestätigt.

Lit.: Schamoni, Wilhelm: Wunder sind Tatsachen / M. e. Geleitw. v. Kard. Dr. Lorenz Jaeger. Würzburg [u. a.]: Johann Wilhelm Naumann; Christiana; Veritas, 1976.

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 2