Belemnit

Belemnit (griech. bélemnon, Geschoss, Blitz), zu Stein gewordener Vorläufer des Tintenfischs aus dem Mesozoikum, der durch seine unzähligen volkstümlichen Namen, wie Albenstein, Albschoss, Gespensterkerze, Hexenpfeil, Hexenschuss, Mahrenzitze, Donnerkeil oder Teufelsfinger auf seine ungeheure Zauberkraft verweist. Es handelte sich dabei um schlanke, nach oben spitz zulaufende, außen von einem festen Feuersteinmantel umgebene und innen meist mit Kreidekalk gefüllte Hohlkegel, die einer Zigarre glichen. Die Art ist, ähnlich Ammoniten und Dinosauriern, Ende der Kreidezeit ausgestorben.
Dem Volksglauben zufolge wurden die B.n bei Gewittern vom Himmel geschleudert. So legte man sie beim Heranziehen eines Unwetters zum Schutz auf den Tisch, Herd oder das Fensterbrett. Nach anderen Deutungen sollen die B.n einst Geschosse der > Alben und > Hexen gewesen sein. Den Regeln des > Analogiezaubers entsprechend sollten sie daher den Schuss der Alben und Hexen abwehren können. Zu den vielfältigen Anwendungen des B. gehörte schließlich auch die Heilung von Krankheiten, wie Harn-, Stein- und Blasenbeschwerden.

Lit.: Valentini, Michael Bernhard: Museum museorum, oder Vollständige Schau-Bühne aller Materialien und Specereyen nebst deren natürlichen Beschreibung. Franckfurt a. M.: Zunner, 21714; Müllenhoff, Karl: Die Natur im Volksmunde. Berlin: Weidmann, 1898; Sartori, Paul: Sitte und Brauch. Leipzig: Heims, 1910; Rätsch, Christian: Lexikon der Zaubersteine aus ethnologischer Sicht. Graz: ADEVA, 1989.

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 2