Bektaschi, Bektaschiya

Bektaschi, auch Bektaschiya oder Bektashi, türkischer Derwisch-Orden, der im 13./14. Jh. von einem gewissen Hadschi Bektasch gegründet worden sein soll. Die B. verehren Ali, den Schwiegersohn Muhammads, der zu den zehn Gläubigen gehört, denen der Prophet das Paradies verheißen hat. Der Lehre nach waren die Mitglieder > Schiiten, obwohl sie sich nicht als solche deklarierten. In der geheimgehaltenen Lehre vereinten sich nämlich sufitisches, schiitisches, gnostisches und jüdisch-christliches Gedankengut. Auf den christlichen Einfluss scheint ihre Kommunion mit Brot, Wein und Käse zurückzugehen. An den Feiern nahmen Frauen unverschleiert teil. 1826 wurden die B. mit den > Janitscharen aufgelöst, konnten sich aber neuerlich behaupten, bis sie 1925 nominell aufgehoben wurden. In der Türkei und vermutlich in Albanien haben sie im Untergrund noch Anhänger.
Die Berichte über > Seelenreisen, > Trance und > Besessenheit durch Hilfsgeister bis hin zur > Levitation verweisen auf den zentralasiatischen > Schamanismus.

Lit.: Faroqhi, Suraiya: Der Bektaschi-Orden in Anatolien: (vom späten fünfzehnten Jahrhundert bis 1826). Inst. für Orientalistik der Universität Wien, 1981; Schweizer, Gerhard: Die Derwische: Heilige und Ketzer des Islam. Salzburg: Das Bergland-Buch, 21984.

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 2