Beinwell

Beinwell (Symphytum officinale L.), auch Glotwurzel, Hasenbrot, Hasenlaub, Himmelsbrot, Honigblum, Kuchenkraut, Lotwurz, Milchwurz, Schärzwurz, Schmalwurz, Schmeerwurz, Soldatenwurzel, Speckwurz, Wallwurz, schwarze Waldwürze, Wottel, Zuckerhaferl, genannt, ist eine dicke, möhrenartige, außen schwarze, innen weißgraue Wurzel von Symphytum officinale. Sie gehört zu den Boraginaceae (lat. borra, steifes Haar), den Rauhblattgewächsen, wächst überall an feuchten Stellen, Wiesengräben, Bachufern und wird 30–100 cm hoch. Die gesamte Pflanze zeigt eine borstige Behaarung und ist in trockenem Zustand sehr spröde.
Den Namen hat B. von den Beinen, denen er gut tun bzw. deren Knochen er zusammenwallen soll. In der Naturheilkunde wird B. in Salben oder anderen Zubereitungen zur äußerlichen Anwendung bei Prellungen, Zerrungen, Stauungen und Entzündungen verwendet (Pschyrembel).
Nach mythologischem Verständnis handelt es sich beim B. um eine Saturnpflanze, die ihre Blüten nicht nur zum Licht, sondern auch nach unten neigt. Seine mythisch-zusammenfügende Eigenschaft ergibt sich aus der Fähigkeit, dass auseinandergeschnittene Wurzeln im Boden wieder zusammenwachsen. Im Mittelalter nannte man den B. mit den blauen Blüten Beinwellmännlein, jenen mit den gelblichen Blüten Beinwellweiblein.
 
Lit.: Magister Botanicus: Magisches Kreutherkompendium; ein erweytertes wahrhaft ergötzliches Werk ueber die magischen Verrichthungen mit Kreuthern und den zauberischen Kräfften der Pflanzen sowie dehren medicinalischer Beteuthungen. 2., überarb. u. erg. Aufl. Speyer: Die Sanduhr – Fachverlag für altes Wissen, 1995; Pschyrembel Wörterbuch Naturheilkunde und alternative Heilverfahren / Bearb. v. d. Wörterbuch-Redaktion d. Verlages unter d. Leitung v. Helmut Hildebrandt. Berlin; New York: de Gruyter, 1996.

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 2