Begraben lassen, lebendig

Begraben lassen, lebendig, besonders von Yogis praktiziertes Schauspiel, wobei das Wiedererwachen vorher bestimmt wurde. So sind auch die vielen Berichte über das glückliche Überstehen einer Beerdigung bei lebendigem Leib mit Vorsicht zu genießen. Hier paart sich oft Geltungsdrang mit Nervenkitzel. So wird neuerdings Lebendbegraben als sportliche Extremerfahrung angeboten. Diesen Berichten schließen sich die mythischen Belege nahtlos an, bei denen weniger an eine Erinnerung echter Ereignisse zu denken ist als vielmehr an symbolische Aussagen und literarische Dramaturgie.
Ganz anders steht es mit der Angst, lebendig begraben zu werden. Sie ist eine der ältesten und tiefsten Ängste des Menschen, und zwar bis auf den heutigen Tag nicht völlig unbegründet. Bereits seit dem 16. Jh. ist man sich des Phänomens des > Scheintodes bewusst, den man im 18. Jh. als faszinierendes Erlebnis in die Literatur aufnahm. Zur Zeit der > Aufklärung kam es zur Errichtung des ersten Leichenschauhauses durch Christoph Wilhelm > Hufeland in Weimar, und heute darf der Arzt erst bei absolut sicheren Todeszeichen den Totenschein ausstellen.
Da die Angst, lebendig begraben zu werden, sehr groß war, fand dieses auch schon früh Eingang in das Strafverfahren. So bestand die volkstümliche alte Anordnung der Bestrafung des überführten Grenzsteinverrückens fast immer im Lebendigeingraben an der Stelle, wo der Markstein stand (Ilg, 221).
Bei solchen Angstzuständen kann es auch  zu Verfolgungsvisionen und Angsträumen bis hin zu Totstellreflexen kommen.
 
Lit.: Hufeland, Christoph Wilhelm von: Ueber die Ungewißheit des Todes und das einzige untrügliche Mittel, sich von seiner Wirklichkeit zu überzeugen und das Lebendigbegraben unmöglich zu machen: nebst der Nachricht von der Errichtung eines Leichenhauses in Weimar. Weimar: Glüsing, 1791; Lothmer, C. J.: Ueber das Lebendigbegraben. Erzählung für das deutsche Volk. Leipzig: Wigand, 1847; Ilg, Karl: Volk und Wissenschaft. Beitrag zur Volkskunde Westösterreichs. Hrsg. von Peter Stürz; Paul Rachbauer; Michael Becker. Innsbruck: Inst. für Volkskunde der Univ. Innsbruck, 1979.  , besonders von Yogis praktiziertes Schauspiel, wobei das Wiedererwachen vorher bestimmt wurde. So sind auch die vielen Berichte über das glückliche Überstehen einer Beerdigung bei lebendigem Leib mit Vorsicht zu genießen. Hier paart sich oft Geltungsdrang mit Nervenkitzel. So wird neuerdings Lebendbegraben als sportliche Extremerfahrung angeboten. Diesen Berichten schließen sich die mythischen Belege nahtlos an, bei denen weniger an eine Erinnerung echter Ereignisse zu denken ist als vielmehr an symbolische Aussagen und literarische Dramaturgie.
Ganz anders steht es mit der Angst, lebendig begraben zu werden. Sie ist eine der ältesten und tiefsten Ängste des Menschen, und zwar bis auf den heutigen Tag nicht völlig unbegründet. Bereits seit dem 16. Jh. ist man sich des Phänomens des > Scheintodes bewusst, den man im 18. Jh. als faszinierendes Erlebnis in die Literatur aufnahm. Zur Zeit der > Aufklärung kam es zur Errichtung des ersten Leichenschauhauses durch Christoph Wilhelm > Hufeland in Weimar, und heute darf der Arzt erst bei absolut sicheren Todeszeichen den Totenschein ausstellen.
Da die Angst, lebendig begraben zu werden, sehr groß war, fand dieses auch schon früh Eingang in das Strafverfahren. So bestand die volkstümliche alte Anordnung der Bestrafung des überführten Grenzsteinverrückens fast immer im Lebendigeingraben an der Stelle, wo der Markstein stand (Ilg, 221).
Bei solchen Angstzuständen kann es auch  zu Verfolgungsvisionen und Angsträumen bis hin zu Totstellreflexen kommen.
 
Lit.: Hufeland, Christoph Wilhelm von: Ueber die Ungewißheit des Todes und das einzige untrügliche Mittel, sich von seiner Wirklichkeit zu überzeugen und das Lebendigbegraben unmöglich zu machen: nebst der Nachricht von der Errichtung eines Leichenhauses in Weimar. Weimar: Glüsing, 1791; Lothmer, C. J.: Ueber das Lebendigbegraben. Erzählung für das deutsche Volk. Leipzig: Wigand, 1847; Ilg, Karl: Volk und Wissenschaft. Beitrag zur Volkskunde Westösterreichs. Hrsg. von Peter Stürz; Paul Rachbauer; Michael Becker. Innsbruck: Inst. für Volkskunde der Univ. Innsbruck, 1979.  

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 2