Begarden

Begarden (der urspr. Name beguini wurde nach der Mitte des 13. Jhs. durch beggardi, bogardi u. Ä. ersetzt), in den ersten Jahrzehnten des 13. Jhs. im belgisch-flandrischen Raum entstandene Bewegung, deren Mitgliederzahl jedoch wesentlich geringer blieb als bei den > Beginen. Anders als diese rekrutierten sich die B. aus ärmeren Schichten, denen sich neben den Rechtgläubigen auch herumschweifende Bettelbrüder anschlossen, weshalb sie noch stärker unter Häresieverdacht gerieten als die Beginen. Einzelne Gruppen, die sich der Krankenbetreuung widmeten, schlossen sich im 14./15. Jh. unter der Bezeichnung Celliten oder Alexianer zu klösterlichen Gemeinschaften zusammen und erhielten 1472 die Augustinerregel. Von den verschiedenen Gruppierungen bestehen heute nur noch die Alexianer.

Lit.: MacDonnell, Ernest William: The Beguines and Beghards in Medieval Culture. With special emphasis on the Belgian scene. 1954; Descoeudres, Georges: Klöster, Stifte, Bettelordenshäuser, Beginen und Begarden. Stuttgart: K. Theiss, 1992; Die Beginen und Begarden in der Schweiz / bearb. von Hansjakob Achermann. Basel; Frankfurt / M.: Helbing und Lichtenhahn, 1995.

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 2