Becherweissagung

Becherweissagung (engl. cylicomancy, von griech. kylis, Trinkschale), Orakel, bei dem man Öl, geschmolzenes Wachs oder Metall in das Wasser in einem Becher gießt und die sich bildenden Formen zu deuten versucht. Ein früher Beleg dieser Form der Weissagung findet sich in der Bibel: „Sie hatten sich noch nicht weit von der Stadt entfernt, da sagte Josef zu seinem Hausverwalter: Auf, jag hinter den Männern her! Wenn du sie eingeholt hast, sag ihnen: Warum habt ihr Gutes mit Bösem vergolten und mir den Silberbecher gestohlen? Das ist doch der, aus dem mein Herr trinkt und aus dem er wahrsagt. Da habt ihr etwas Schlimmes getan (Gen 44, 4-5).
Die B. kann auch durch den direkten Blick in das Wasser des Bechers erfolgen. > Kylikomantie, > Lekanomantie, > Hydromantie.

Lit.: Mantik: Profile prognostischen Wissens in Wissenschaft und Kultur / hrsg. von Wolfram Hogrebe. Würzburg: Königshausen und Neumann, 2005.

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 2