Bays, Margarete

Bays, Margarete (*8.09.1815 Siviriez bei Freiburg / Schweiz; † 27.06.1879 ebd.), selig (29.10.1995, Fest: 27. Juni), Dienstmagd. Sie arbeitete als gelernte Schneiderin ihr Leben lang als Hausgehilfin in ihrem Elternhaus, wobei sie auch bei anderen Familien aushalf. Äußerlich war B. eine einfache Magd, im Innern lebte sie aber in einer tiefen Verbundenheit mit Gott. 1953 wurde sie wegen eines Tumors, den die Ärzte nicht stoppen konnten, einer Darmoperation unterzogen. B. wandte sich an die Selige Jungfrau, sie möge die Schmerzen doch durch andere ersetzen, die sie direkter mit dem Leiden Christi verbinden würden. Am 8. Dezember 1854 wurde sie in dem Augenblick erhört, in dem Pius IX. in Rom das Dogma von der Unbefleckten Empfängnis Mariens verkündete. Von da an litt B. unter einer „mysteriösen Krankheit“, die sie jeden Freitag und die ganze Karwoche hindurch unbeweglich in > Ekstase versetzte, während sie im Geiste und im Körper die Leiden Jesu auf dem Kalvarienberg durchlebte. Gleichzeitig stellten sich an ihrem Körper die fünf > Stigmen der Kreuzigung ein. Von den Ärzten und vom Bischof wurden Ekstase und Stigmen bestätigt. Die plötzliche Heilung vom Krebs, die den Ekstasen und Stigmen vorausging, bedeutete einen entscheidenden Einschnitt in ihrem Leben. Sie konzentrierte sich von da an ganz auf das Leiden Christi. In den letzten Jahren ihres Lebens verstärkten sich die Schmerzen, doch ertrug sie alles gottergeben. Ihre Beerdigung am 30. Juni 1979 wurde zu einem Triumphzug. Heute ruhen ihre sterblichen Überreste in der Josefskapelle in der Kirche von Siviriez. Am 29. Oktober 1995 wurde Margarete Bays von Papst Johannes Paul II. seliggesprochen.

Lit.: Loup, Robert: Margrit Bays, die stigmatisierte Näherin, 1815–1879. [Berecht. Übertr. ins Dt. v. Otto Iserland]. Freiburg/Schweiz: Paulusverl., 1955; Resch, Andreas: Die Seligen Johannes Pauls II. 1991–1995. Innsbruck: Resch, 2007

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 2