Bautasteine

Bautasteine (die Herkunft des Wortes ist unsicher), Gedenksteine für Verstorbene in Form schlanker, unbeschrifteter Steine in der Höhe zwischen 30 cm und 5,1 m, die in einigen Gebieten Skandinaviens und den angrenzenden Regionen in der Zeit vom 5. Jh. v. Chr. bis ca. 1000 n. Chr. aufgestellt wurden, aber bereits auf spätbronzezeitlichen Grabhügeln vorgekommen sein sollen. Sie finden sich einzeln und miteinander verbunden besonders zahlreich auf den Inseln Bornholm und Fuur (im Limfjord). B. sind von Steinsetzungen (Grabdenkmäler, Opferplätze) und von Runensteinen zu unterscheiden, wenngleich sie später, teilweise noch vor der Wikingerzeit, mit Runeninschriften zum Schutz der Grabstätten versehen wurden. Nach Zeugnissen der > Edda dienten die B. auch noch in der Wikingerzeit (ca. 800 bis 1066) als Totengedenksteine:

„Ein Sohn ist besser, ob spät geboren
Nach des Vaters Hinfahrt.
Bautasteine stehn am Wege selten,
Wenn sie der Freund dem Freunde nicht setzt.“ (Edda, Hávamál, 71)

B. sollten möglicherweise nicht nur an den Verstorbenen erinnern, sondern seinen Leichnam auch im Grabe festhalten.

Lit.: Magnus, Olaus: Historia De Gentibus Septentrionalibus: Earumque Diversis Statibus, Conditionibus Moribus, Ritibus, Superstitionibus, disciplinis, exercitiis, regimine, victu, belis, structuris, instrumentis, ac mineris metallicis & rebus mirabilibus, necnon universis pene animalibus in Septentrione degentibus, eorumq[ue] natura; Opus Vt Varium, Plurimarumque Rerum Cognitione Refertum, ... maxima lectoris animum voluptate facile perfundens / Avtore Olao Magno Gotho Archiepiscopo Upsaliensi Suetiñ & Gothiñ Primate. Romae: [G. M. de Viottis], 1555; Exner, Walter: Moai: Osterinsel-Bautasteine; Wikinger in der Südsee? Waldeck: Siebenberg-Verl., 31997; Die Edda: Götterdichtung, Spruchweisheit und Heldengesänge der Germanen / übertr. von Felix Genzmer. Eingel. von Kurt Schier. Kreuzlingen u. a.: Hugendubel, 2006.

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 2