Baumeistersage

Baumeistersage. Erzählung, nach der Götter, Dämonen, Riesen und sogar der Teufel überlistet wurden, besonders eindrucksvolle Bauten (Burgen, Brücken, Dämme, Straßen, vor allem aber Kirchen) zu errichten. Dafür verlangten sie aber nicht selten, das Erste zu opfern, das einem entgegenkam. Tragischerweise waren dies mitunter das eigene Kind oder die eigene Frau anstatt, wie erwartet, der Hund. Das erste Beispiel, in dem der Teufel als Baumeister auftritt, ist die Legende des hl. Wolfram aus dem 9. Jh. Einen weiteren Beleg bietet die Snorra Edda (1220/30).
In diesem Zusammenhang findet sich auch häufig das Motiv des „geprellten Teufels“.

Lit.: Boberg, Inger Margrethe: Baumeistersagen. Helsinki: Suomalainen Tiedeakatemia [Wiesbaden], 1955; Holzapfel, Otto: Lexikon der abendländischen Mythologie. Sonderausg. Freiburg u. a.: Herder, 2002.


 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 2